KLOSTER EBERBACH

Architektonischer Realisierungswettbewerb Hotelerweiterung Kloster Eberbach

2. Phase, 2. Rundgang


Daten

Ort: Eltville am Rhein
Jahr: 2021

Beteiligte
Auftraggeber: Stiftung Kloster Eberbach
Partner: Christina Kautz Landschaftsarchitektur
Mitarbeit: Benjamin Wagner, Tom Kors

Das Kloster Eberbach ist eine der ältesten und schönsten Zisterzienserabteien in Deutschland und zählt zu den bedeutendsten Kunstdenkmälern Europas. Obwohl die Gesamtanlage über viele Jahrhunderte von der Romanik über die Gotik bis hin zum Barock entstanden ist, zeichnet sie sich durch eine große Einheitlichkeit in Materialität, Farbigkeit und Formensprache aus.

Die Leitidee der Erweiterung des Hotels besteht darin, sich in das bedeutende Gesamtensemble Kloster Eberbach behutsam einzufügen, architektonisch zurückzunehmen und Typologie und Formen der bestehenden Anlage weiterzudenken. Das Augenmerk wird auf die Angemessenheit und das Zusammenspiel der Gebäudekörper und Räume gelegt, ganz im Sinne der Zisterzienser, welche den Weg zu Gott nicht im architektonischen Prunk, sondern in der guten Proportion sehen.

Das bei Klosterschänke und ehemaliger Mühle auftretende Motiv des sich dem Besucher zugewandten Giebelhauses wird hinter der alten Mühle mit dem Neubau wieder aufgenommen, so dass der Bereich zwischen Mühle und Kloster einen feinen Abschluss erfährt. Der Neubau liegt direkt hinter der Gartenmauer, gehört somit zum Gartenensemble, zeigt sich aber durch seine aufrechten Giebelformen und die sparsame Befensterung als wohlproportioniertes feingliedriges Nebengebäude der Gesamtanlage.

Das Rückgrat des Erweiterungsbaus besteht aus einem länglichen Körper mit Satteldach, der wie die ehemalige Mühle leicht abknickt, sich verjüngt und den Schmidtgarten räumlich in einer zweiten Ebene nach der Mauer abschließt. Das ehemalige Schulhaus wird in einen Querriegel integriert, der sich wiederum dem Schmidtgarten zuwendet.

Der gesamte Gartenbereich hinter der ehemaligen Mühle wird neu in die Gesamtanlage einbezogen. Kaskadenartige Wasserspiele thematisieren die ehemalige Wasserversorgung und Mühle der Klosteranlage, indem in den Innenhöfen Brunnen und Wasserbecken den Gedanken des Hortus conclusus gestalterisch unterstützen.

Die große Treppenanlage neben dem Prälatengarten wird in einen weitläufigen Rundgang integriert, der hinter der ehemaligen Mühle entlangführt und in einem intimen Hof, Paradies, zwischen Mühle und Erweiterungsbau mündet. Dieser Hof dient auch als Hauptzugang für das Hotel und den Erweiterungsbau, an dessen Kopfende sich die Rezeption befindet.